Geschichte


Die Geschichte

Die Freiwillige Feuerwehr Abbensen blickt nun mehr auf eine lange Geschichte zurück.

Es wäre gewiss vermessen anzunehmen, vor mehr als 50 Jahren hätte es in Abbensen keinen Feuerschutz gegeben, und unsere Vorfahren hätten nichts zur Vermeidung von Bränden oder zur Rettung von Gebäuden bei Feuer getan. Aus der Zeit vor 1946 sind jedoch fast keine Aufzeichnungen oder Unterlagen über ein Feuerwehrwesen in unserem Ort vorhanden. Aus der mündlichen Überlieferung ist jedoch bekannt, daß bereits vor dem Jahr 1930 eine Feuerwehrspritze gekauft wurde; das Wasser wurde von kräftigen Männern mit den Händen gepumpt. Diese Pumpe wurde Anfang der 50er Jahre auseinandergebaut und ihre Einzelteile weggeworfen.

 

 

Irgendwann noch vor dem zweiten Weltkrieg war noch eine zweite Pumpe für den Handbetrieb beschafft worden, die ebenfalls zu Beginn der 50er Jahre entsorgt wurde. Während des zweiten Weltkrieges war im Hinblick auf die erhöhte Brandgefahr eine Pflichtfeuerwehr eingerichtet. Einzelheiten dazu sind jedoch auch nur mündlich überliefert. Im Jahr 1946 wurde dann die Freiwillige Feuerwehr Abbensen gegründet. Ihr Ziel war es einen intensiven Brandschutz zu gewährleisten und die bei eventuellen Brändeneingetretenen Schäden möglichst gering zu halten. Selbstverständlich sollte daneben auch die Kameradschaft und Geselligkeit gepflegt werden. Eine erfolgreiche Brandbekämpung war mit der alten Handpumpe nur sehr mühsam möglich, aus diesem Grund kaufte die Gemeinde Abbensen bereits kurze Zeit nach Gründung der Freiwilligen Feuerwehr eine Motorpumpe mit einem Motor des Fabrikats "Ilo" und eine Pumpe des Fabrikats "Flader". Ein Gerätehaus zum abstellen dieser Pumpe war nicht vorhanden. Ein Anhänger zum Tranzport der Pumpe sowie der vorhandene übrigen technischen Ausrüstung fehlte ebenfalls noch. Die Pumpe wurde deshalb in einer Gerage abgestellt, aus der zunächst das Fahrzeug des Eigentümers herausgefahren werden mußte, wenn die Pumpe benutzt werden musste.

 

 

Den ersten großen Einsatz hatte die Wehr am Ostersonnabend 1950, als das Wohnhaus und die Stallungen des Landwirtes Louis Knigge bis auf die Grundmauern niederbrannten. Bereits im Jahr 1951 war in Abbensen wieder ein Grossfeuer, bei dem das Wohnhaus, der Laden und die Gaststätte einschließlich Saal der jetzigen Gäststätte Knop ein Raub der Flammen wurden. Dabei ist anzumerken, daß der Saal südlich der jetzigen Gaststätte stand, das Ausmaß des jetzigen sog. kleinen Saals hatte und vor der Errichtung der Schule im Jahr 1909 als Klassenzimmer gedient hatte. Die beiden Großbrände hatten gezeigt, dass eine ordnungsgemäße Aufbewahrung der Spritze und der übrigen Ausrüstung an einem Ort unumgänglich waren. So wurde von einem Grundstückseigentümer an der Straße "Auf dem Kiel" ein Grunstück für die Errichtung eines Spritzenhauses zur Verfügung gestellt. Auf entsprechenden Druck des Landkreises Burgdorf wurde im Jahr 1951 ein endgültiger Beschluß zur Errichtung des Gebäudes gefasst. 1952 konnte dann endlich das alte Gerätehaus in Betrieb genommen werden. Es wurden dort auch noch zwei Feldspritzen aufbewahrt. Diese beiden Spritzen hatte die Gemeinde angeschaft und den Landwirten kostenlos zur Verfügung gestellt, um Spritzmittel gegen Kartoffelkäfer auf den Ackern ausbringen zu können. Diese Spritzen wurden jeweils von einem Pferd gezogen. Bei der Einweihung des Gerätehauses war noch kein Anhänger vorhanden, in dem die Spritze transportiert werden konnte. Es waren auch nur zwei Traktoren im Dorf, mit denen ein solcher Anhänger hätte gezogen werden können. Dieser Anhänger wurde aber bald gekauft.

 

 

Ein besonderes Problem zu dieser Zeit war die Wasserversorgung. Ein größerer Bach mit ausreichend Wasser war nicht vorhanden, darum wurden im Ort sog. Notkuhlen als offene Wasserbehälter angelegt. Da durch diese Notkuhlen kleinere Gräben führten, versandeten diese Kuhlen relativ schnell. Die instandhaltung und reinigung dieser Notkuhlen war mit erheblichen kosten verbunden. Ausserdem wurden in den 30er Jahren noch zwei Notbrunnen angelegt, die jedoch ebenso wie die Notkuhlen nur wenig zum Löschen brauchbares Wasser und überwiegend Schlamm enthielten. In der Siedlung westlich des alten Ortsteiles dem sog. Millionenviertel war überhaupt kein Löschwasser vorhanden. Um die Löschwasserversorgung zu verbessern, wurden im Jahr 1959 in der Siedlung zwei Zisternen mit einem Wasserinhalt von rund 20.000 Litern errichtet. Im Jahr 1960 wurden im alten Ort auf dem Gelände des damaligen Sägewerks eine Zisterne mit einem Volumen von ca. 30.000 Litern gebaut.

 

 

Am 7. Mai 1960 brannte das Helstorfer Moor im südwestlichen Teil der Gemarkung Abbensen. Das Feuer hatte sich auf einer Fläche von mehr als 10 Hektar ausgebreitet, bevor es unter Kontrolle gebracht werden konnte. Es war so tief in das trockene Gras und in den Torf eingedrungen, daß noch für mehrere Tage eine Brandwache eingeteilt werden mußte. "Feuer aus" konnte erst gemeldet werden, nachdem es einige Tage später mehrere Stunden geregnet hatte.

 

 

1961 kaufte die Gemeinde eine neue Motorspritze mit einem VW-Motor und einer Pumpe der Firma Metz. Der bisherige Anhänger mußte für den Transport in Eigenleistung umgebaut werden, weil die neue Spritze etwas größer war als die alte. Im Jahr 1962 wurde schließlich ein anderer Anhänger gekauft, der ordnungsgemäße Unterbringung der neuen Spritze gewährleistete.
Gegen Ende der fünfziger Jahren hatten bereits mehrere Feuerwehren in den umliegenden Gemeinden Feuerwehrfahrzeuge erhalten, damit sie beim Einsatz wesentlich schneller ausrücken konnten und nicht erst gewartet werden mußten bis ein Landwirt mit seinem Trecker zum ziehen des Anhängers eingetroffen war. Solche Feuerwehrfahrzeuge waren jedoch verhältnismäßig teuer und für eine Kleine Gemeinde wie Abbensen kaum zu finanzieren. Der damalige Kreisbrandmeister des Landkreises Burgdorf sah jedoch eine Möglichkeit, wie dies Problem für die Gemeinde Abbensen gelöst werden konnte. Die Firma "Mobil Oil AG" hatte auf dem Gelände eines Kalischachtes in Hänigsen ein Fahrzeug eingesetzt, daß 1937 gebaut war und eine Fahrleistung von ca. 3.000 Km auf dem Tacho hatte. Um der technischen Entwicklung zu folgen kauften die Gemeindeväter von Abbensen auf Empfehlung des Kreisbrandmeisters im Jahr 1962 zu einem Preis von 545.- DM das Fahrzeug.

 

 

An eine Alarmierung der Kameraden mit einer Sirene oder noch neueren technischen Möglichkeiten war bei der Gründung der Wehr überhaupt nicht zu denken. Es gab ein Feuerhorn, mit dem die Wehr zu Einsätzen alarmiert wurde. Es mußte jeweils ein Feuerwehrmann mit dem Fahrrad durch sämtliche Straßen des Ortes fahren, damit auch alle das Feuerhorn hören konnten. Bei besonders großen Bränden wurde zusätzlich die Kirchenglocke "Sturm" geläutet. Daneben war während der Zeit des Zweiten Weltkrieges eine zusätzliche Glocke an einem Baum am heutigen "Dunklen Weg" aufgehängt, die damals auch zur Alarmierung verwendet wurde. Man kann sich vorstellen, daß bei dieser Art der Alarmierung nicht immer alle Kamaraden erreicht wurden, was besonders in der Nacht der Fall war, da die Lautstärke des Feuerhorns und auch der Kirchenglocke wesentlich geringer war als die einer Sirene. Zur Verbesserung der Alarmierung wurde im Jahr 1965 auf dem damaligen Gerätehaus eine Sirene installiert, deren Lautstärke üblicherweise auch bis in die Siedlung hineinreichte. Viele Jahre später wurden dann insgesamt drei neue Sirenen an den jetzigen Standorten errichtet, die zentral über die feuerwehrtechnische Zentrale des Landkeises Hannover in Ronnenberg ausgelöst werden können. Die zunehmende Zahl von Einsätzen bei Bränden und auch technischen Hilfsleistungen ab Mitte der sechziger Jahre zeigten, daß die Wehr mit Trecker und Anhänger nicht mehr schnell genug war. Die Gemeindeväter beschlossen deshalb im Januar 1968, ein Feuerwehrfahrzeug zu kaufen.

 

 

Auch weiterhin drängte der Landkreis Burgdorf als Aufsichtsbehörde darauf, die Löschwasserversorgung zu verbessern. Bei Großbränden war die Erfahrung gesammelt worden, daß die Zisternen mit dem geringen Fassungsvermögen nicht ausreichend Wasser enthielten. Aus diesem Grund baute die Gemeinde im Jahr1970 eine weitere Zisterne an der Ecke der Straßen "Auf dem Feuerrohr" und "Dunkler Weg" mit einem Fassungsvermögen von rund 100.000 Litern.
Das fünfundzwanzigjährige Bestehen der Wehr im Jahr 1971 wurde nicht besonders gefeiert. In diesem Jahr wurden jedoch die Wettkämpfe auf Unterkreisebene auf einer Wiese des Landwirts Louis Knigge durchgeführt.
Die Gewinnung von Nachwuchs für die aktive Wehr wurde immer schwieriger. Um dieses Problem zu vermeiden und Jugendlichen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu geben, wurde im Jahr 1973 eine Jugendfeuerwehr gegründet. Einige verdiente Kameraden bemühten sich zeitaufwendig für die Jugendlichen. Neben feuertechnischem Dienst wurden die Jugendlichen mit Sport, Basteln, Spielen und Ähnlichem beschäftigt. Im Jahr 1974 erhielt die Jugendwehr einen Wimpel gestiftet. Ab Mitte der 80er Jahre hat die Jugendwehr außerdem die Ausrichtung des Osterfeuers übernommen. Seit der Gründung sind viele jugendliche mit Vollendung des achtzehnten Lebensjahres in die aktive Wehr übernommen worden.

 

 

Im Oktober 1975 brannte bei einem Großbrand ein Viehstall des Landwirts Richard Wienhöfer ab. Hier zeigte sich die Notwendigkeit der 1970 gebauten Zisterne, denn die Löschwasserversorgung aus der zwischenzeitlich fertiggestellten zentralen Wasserversorgung wäre nicht ausreichend gewesen. Dank der in unmittelbarer Nähe des Feuers vorhandenen Zisterne konnte das Wohnhaus und ein an angrenzender weiterer Viehstall vor den Flammen gerettet werden.
Im Jahr 1979 wütete in Abbensen ein Brandstifter . Von ihm wurden viele kleinere Brände gelegt, die jedoch nicht alle nachgewiesen werden konnten. Für den verheerenden Brand bei dem Landwirt Bernhard Hemme, dei dem ein Viehstall, die Scheune sowie Teile des Wohnhauses vernichtet wurden und mehrere Rinder sowie zahlreiche Schweine ums Leben kamen, war dieser Feuerteufel verantwortlich. Eine Woche später hatte die er die Scheune bei Friedrich-Wilhelm Höper angezündet, die bis auf die Grundmauern niederbrannte. Obwohl in beiden Fällen sofort Brandstiftung vermutet wurde, dauerte es Monate, bis der Feuerteufel in Brelingen auf frischer Tat ertappt wurde und die Brandstiftungen gestand. Er hatte jedoch zwischenzeitlich noch mehrere weitere Feuer gelegt. Im Februar 1980 brannte ein Einfamilienhaus ab, wobei die 81-jährige Bewohnerin ums Leben kam.
Die technische Ausrüstung wurde während der siebziger Jahre verbessert und erweitert. Das vorhandene Fahrzeug reichte zum Transport der gesamten Ausrüstung nicht mehr aus. Ein grrößeres Fahrzeug konnte jedoch in dem bisherigen Gerätehaus nicht abgestellt werden. Das Gerätehaus hatte keinen Schulungsraum, keine Heizung, keine Toilette und keinen Wasseranschluß. Es war deshalb gegen Ende der siebziger Jahre erforderlich, ein neues Gerätehaus zu errichten. Um möglichst wenige Kosten zu verursachen, wurde zunächst geplant, die alte Schule umzubauen, im früheren Stall zwei Fahrzeughallen einzurichten und den ehemaligen Klassenraum zum Schulungsraum herzurichten. Entsprechende Zeichnungen dafür hatte die Freiwillige Feuerwehr bereits durch einen befreundeten Architekten unentgeltlich erstellen lassen. Aus verschiedenen Gründen wurde diese Planung dann doch nicht umgesetzt und der Neubau eines Gerätehauses auf dem gemeindeeigenen Grundstück neben der ehemaligen Schule geplant. Nach umfangreichen Vorplanungen und vielen Gesprächen zwischen Feuerwehr, der Verwaltung und den Politikern konnte dann im Herbst 1981 mit dem Neubau begonnen werden. Die Wünsche der Wehr hinsichtlich Größe und Ausstattung des Gebäudes wurden nicht im vollen Umfang erfüllt . 1982 wurde der Grundstein für das Feuerwehrgebäude durch den Bürgermeister der Gemeine Wedemark gelegt

 

 

 

 

Quelle:www.abbensen-wedemark.de

Sonntag, 22. April 2018

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